PowerToys: Die besten Tools für IT-Pros

Die PowerToys sind eine Sammlung von Tools mit einer langen und wechselhaften Geschichte. Viele von ihnen beschränken sich auf kleine Aufgaben, etwa bei der Anpassung des Desktops. Einige können dagegen im Admin-Alltag von Nutzen sein. Das gilt etwa für PowerRename, die Editoren für Hostfile und Um­ge­bungs­varia­blen oder den File Locksmith.

Die ersten PowerToys gab es bereits für Windows 9x und XP, wobei eines der bekanntesten Programme damals TweakUI war. Microsoft entwickelte die Tools-Sammlung dann über viele Jahre nicht mehr weiter, so dass es keine Versionen für Vista und Windows 8.x gab.


Mit einer Ausführung für Windows 10 ließ der Hersteller die PowerToys im Jahr 2019 wieder­auferstehen. Seitdem sind mehrere neue Tools hinzugekommen.

Eine Reihe von Programmen dient dazu, die grafische Oberfläche über die von Windows vorgesehenen Optionen hinaus anzupassen. So kann man Anwendungen immer im Vordergrund halten, Fenster anhand von Zonen anordnen ("FancyZones"), den Bildschirm mit einem Lineal versehen oder Fenster auf eine bestimmte Größe zuschneiden.

Hinzu kommen Mausdienst­programme, Utilities für die Änderung der Tastaturbelegung sowie Mouse without Borders, mit dessen Hilfe man die Tastatur und Maus zwischen mehreren PCs teilen kann.

Die Sammlung enthält aber auch mehrere Programme, die vor allem für IT-Pros interessant sind. Diese lassen sich allerdings nicht einzeln installieren, vielmehr verfügen die PowerToys über ein gemeinsames Setup, das alle Tools einrichtet. Anschließend ruft man diese aus einer grafischen Shell auf.

Alle PowerToys lassen sich von einer gemeinsamen Shell aus starten.

PowerRename

Für technisch versierte User dürfte dieses Programm von besonderem Interesse sein. Es ergänzt die limitierten Möglichkeiten des Explorers oder von cmd.exe für das Umbenennen von Dateien.

Speziell die Unterstützung für Regex erlaubt fast beliebige Bulk-Operationen. Grundsätzlich geht das zwar auch in PowerShell mit Rename-Item, aber das grafische PowerRename ist wesentlich komfortabler.

Die besondere Stärke von PowerRename besteht in der Unterstützung von regulären Ausdrücken.

Formuliert man einen regulären Ausdruck, dann erkennt man gleich, ob dieser überhaupt auf Dateien zutrifft. Ist dies nicht der Fall, dann bleibt die Schaltfläche Anwenden abgeblendet.

Editor für hosts-Datei

Die hosts-Datei ist auch in aktuellen Versionen von Windows präsent und genießt eine hohe Priorität bei der Namensauflösung. Bevor diese über eine Anfrage an einen DNS-Server erfolgt, schaut Windows zuerst in der hosts-Datei nach, ob es einen zutreffenden Eintrag dort finden kann.

Grundsätzlich kann man diese Datei auch in Notepad aus dem Verzeichnis "$env:systemroot\System32\drivers\etc" laden und editieren. Alternativ stehen dafür einige freie Tools zur Verfügung.

hosts-Datei mit dem PowerToys-Editor bearbeiten

Der Vorteil eines solchen Editors besteht darin, dass man damit Syntaxfehler oder doppelte Einträge vermeidet, die unweigerlich zu Netzwerk­problemen führen.

Man gibt die IP-Adresse, den Host-Namen und den Kommentar in separate Felder ein und der Editor schreibt dann den Eintrag. Wenn man einen Eintrag deaktiviert, dann kommentiert das Tool diesen aus.

Umgebungsvariablen bearbeiten

Die Umgebungsvariablen lassen sich entweder über das System-Applet oder über die Kommandozeile bearbeiten. Einige von ihnen, wie etwa der Suchpfad oder PSModulePath können recht lang sein, so dass ein komfortableres Werkzeug seine Bearbeitung erleichtert.

Umgebungsvariablen mit den PowerToys bearbeiten

Bekanntlich gibt es systemweite und benutzerspezifische Umgebungsvariablen. Um erstere zu bearbeiten, benötigt man administrative Rechte.

Den Editor für die Umgebungsvariablen kann man als Standardbenutzer oder als Administrator ausführen.

In den Einstellungen des Editors kann man daher festlegen, ob man das Tool mit erhöhten Privilegien starten oder nur die eigene Umgebung editieren möchte.

Explorer-Vorschau für Programmcode

Der Datei-Explorer kann im Vorschaufenster mehrere Dateitypen anzeigen. Die PowerToys erweitern diese Option auf weitere Dateien, darunter Markdown und Quellcode für C++, Python, JSON, PowerShell oder XML. Dabei handelt es sich zwar um Klartext, aber die Add-ons zeigen diesen mit einer Syntax­hervorhebung an.

Darstellung einer XML-Datei mit Hilfe des Explorer-Add-ons

Nach Installation der PowerToys lädt der Datei-Explorer automatisch das Add-on, wenn man eine entsprechende Datei auswählt und das Vorschaufenster öffnet.

In welchem Programm ist eine Datei geöffnet?

Wenn man eine Datei löschen möchte, dann kommt es immer wieder vor, dass dies daran scheitert, dass sie noch in einem Programm geöffnet ist. Normalerweise gibt die Fehlermeldung einen Hinweis darauf, um welche Software es sich dabei handelt.

Prüfen, welche Programme auf eine Datei zugreifen

Wenn sich eine Datei aber partout nicht entfernen lässt, dann zeigt File Locksmith sämtliche Programme an, welche auf eine Datei zugreifen. Das Tool lässt sich aus dem Kontextmenü einer Datei im Explorer starten.

Registry Preview

Wenn man einen Zweig der Registrierungs­datenbank in eine .reg-Datei exportiert, dann wird gerade bei umfangreicherem Code nicht klar, wie die darin enthaltene Hierarchie aussieht.

Inhalt einer .reg-Datei in den PowerToys anzeigen

Registry Preview löst dieses Problem, indem es den Inhalt einer .reg-Datei visualisiert, und zwar nach dem gleichen Muster wie der Registrierungseditor. Darüber hinaus lassen sich die Schlüssel und ihre Werte bearbeiten sowie anschließend in die Registry schreiben.

Verfügbarkeit

Die PowerToys kann man über den Microsoft Store beziehen. Die jeweils neueste Version findet sich indes auf GitHub, wobei man dort zwischen einer Version wählen kann, die wie beim Store pro User installiert wird, und einer, die man systemweit einrichtet.

Zusammenfassung

Die PowerToys umfassen zahlreiche Utilities, wobei die meisten für kleinere Anpassungen des Systems dienen. Ein paar der Programme sind jedoch auch für IT-Pros von Interesse.

Dazu zählen besonders PowerRename, die Editoren für die hosts-Datei, die Umgebungsvariablen und exportierte Registry-Einträge. Nützlich können sich zudem die Erweiterungen des Explorer zum Anzeigen von Quellcode sowie File Locksmith erweisen.

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